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Religion

buddhistische Gebetsrolle
Tanka
Kloster Gandan, Ulaanbaatar
buddhistischer Mönch
buddhistische Mönche, Gandan, Ulaanbaatar
buddhistischer Mönch, Lehrer
Kloster Gandan, Ulaanbaatar
Schamanenzeremonie bei den Tsaatan
Schamanenzeremonie bei den Tsaatan

Die ursprüngliche Glaubensform der zentralasiatischen Steppenbewohner war der Tengrismus, eine Form des Schamanismus. Die Schamanen (boo) stellten mit Hilfe von Zeremonien den Kontakt zu Geistern und Vorfahren her, wobei einer Art Fellpuppe (ongghot) eine ganz besondere Rolle zukam. Ab 1575 wurde der Schamanismus unterdrückt, viele ongghot wurden verbrannt, Elemente des Schamanismus lebten jedoch im Buddhismus fort. Heute spielen schamanistische Traditionen wieder zunehmend eine Rolle. Oboo, Steinhaufen auf Anhöhen oder Wegkreuzungen, wo jeder, der ein Gebet spricht, einen Stein hinzufügt, sind immer häufiger anzutreffen.[21]

Der Buddhismus wurde mehrere Male in der Mongolei eingeführt: Im 1. Jahrhundert v.Chr. durch die Xiongnu, im 6. Jahrhundert durch die Jujuan, im 10. Jahrhundert durch die Kitan. Im Weltreich des Dschinggis Khan, wo alle Religionen gefördert wurden, war der Buddhismus nur eine unter mehreren Religionen. Im 16. Jahrhundert etablierte sich in der Mongolei die tibetische Form des Buddhismus (Vajrayana). Altan Khan, der Ambitionen hatte, die mongolischen Stämme unter seiner Führung zu vereinigen, unterstützte die Priester der Gelugpa-Schule bei der Verbreitung ihrer Lehre und bei der Erlangung der Vormachtstellung in Tibet.

Der Lamaismus, insbesondere dessen tibetische Linie Gelugpa, wurde langsam zu einer dominierenden Kraft. Die Qing nutzten ab 1740 den Buddhismus dazu, die Mongolen zu kontrollieren, indem sie bestimmten, dass der Jebtsundamba Khutukhtu nur noch in Tibet zu finden sei, um sicherzustellen, dass die Tempel kein Ort der Rebellion werden würde. Gleichzeitig wurde den Klostern ein Da Lama vorgesetzt, der in der Regel ein Mandschu war und die Aktivitäten des Klosters zu überwachen hatte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren etwa 40 % der Männer als Lamas oder Laien in den Klöstern, von denen es mehr als 800 in der ganzen Mongolei gab. Die Klöster besaßen eine große wirtschaftliche Macht und hatten hohe Vermögen angehäuft.

Ab den 1920er Jahren wurden alle Religionen nach sowjetischem Vorbild bekämpft. Viele Klöster und Tempel wurden zerstört, darunter auch 1937 Erdene Zuu, tausende von Lamas wurden ermordet oder verbannt. Es überdauerten nur einige wenige Klöster die sozialistische Periode. Gleichwohl wurden bestimmte Traditionen, wie z. B. das buddhistische Begräbnis, nicht angetastet. Nach der Demokratisierung 1991 lebte die Ausübung der Religion aber wieder stark auf. 2007 gab es etwa 100 Tempel und Klöster, wenngleich ein gewisser Teil der Bevölkerung der Religion skeptisch gegenübersteht.

Gleichzeitig gewinnt der Schamanismus als "Ur-Religion" der Mongolen immer mehr an gesellschaftlicher Akzeptanz. Vor wichtigen Entscheidungen wird heute nicht selten ein Schamane befragt.